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Deutsche und Europäische Rechtsgeschichte
Beschreibung
2 Semesterwochenstunden
Art der Veranstaltung: Vorlesung
Anzahl der Semesterwochenstunden: 2
Dozenten: Prof. Dr. Zwanzger
Kursinhalte: deutsche/römische/europäische Rechtsgeschichte, Ursprünge und Geschichte des Rechts
Abschlussklausur: am Ende der Vorlesungszeit

  • Altrömisches Rechts, Zwölftafelgesetz, die Libralakte, Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der römischen Rechtskultur, Römische Juristen der Frühklassik, römische Juristen der Hoch- und Spätklassik, die römische Spätzeit bis zur Justinianischen Kodifikation, Rechtsfortbildung durch Kaiserrecht, Kommentierungsverbot, Kodifikation unter Justinian;
  • Germanische Rechte, das durch die Germania Tacitus vermittelte Germanenbild, frühmittelalterliche Stammesrechte, die mittelalterliche Kirche und das kanonische Recht, Beispiele kanonischen Rechtsdenkens, Rechtsbildungen im deutschen Mittelalter, Sachsenspiegel;
  • Rezeption des römischen Rechts in Bologna und Entstehung der Universitäten, Glossatoren, Juristischer Humanismus, Feudalrecht und Stadtrecht, die Rezeption des römischen Rechts in Deutschland, Usus Modernus im 17. Und 18. Jhd.;
  • Die Naturrechtsschule, Geistesgeschichte Voraussetzungen des Naturrechts, Naturrechtliche Strömungen in Deutschland;
  • Kodifikationen im 18. und 19. Jhd., Bayerische und preußische Gesetzgebungswerke, Östereichisches ABGB, der frz. Code civil;
  • Historische Schule, Kodifikationsstreit, Savigny, Puchta, Pandektenwissenschaft, Windscheid, Jhering, Begriffsjurisprudenz;
  • Sächsisches BGB, Deutsches BGB und Schweizerische Zivilgesetzgebung;
  • Zeit des Nationalsozialismus, Nachkriegszeit

  •  Meder, Rechtsgeschichte: eine Einführung, Köln, 2014; Ebel, Rechtsgeschichte: von der Römischen Antike bis zur Neuzeit, Heidelberg 2003;
  • Dilcher, Rechtsgeschichte, München 1978; Aichele, Rechtsgeschichte, 2016;
  • Eisenhardt, Deutsche Rechtsgeschichte, 6. Aufl. München 2013;
  • Köbler, Deutsche Rechtsgeschichte, 6. Aufl. 2005;
  • Waldstein/Rainer, Römische Rechtsgeschichte, 11. Aufl. 2014;
  • Falk/Luminati/Schmoeckel, Fälle aus der Rechtsgeschichte, 2008;
  • Gmür/Roth, Grundriss der deutschen Rechtsgeschichte, 14. Aufl. 2014;
  • Schlosser, Neuere Europäische Rechtsgeschichte, 2. Aufl. 2014;
  • Hähnchen, Rechtsgeschichte, 4. Aufl. 2012;
  • Schröder, Skript Rechtsgeschichte, 10. Aufl. 2015;
  • Wesel, Geschichte des Rechts, 2014;
  • Kroeschell, Deutsche Rechtsgeschichte, 5. Aufl. 2008;
  • Kunkel, Römische Rechtsgeschichte, 14. Aufl. 2005;
  • Hattenhauer, Europäische Rechtsgeschichte, 4. Aufl. 2004;
  • Conrad, Deutsche Rechtsgeschichte, 2. Aufl. 2011;
  • Wesel, Geschichte des Rechts in Europa, 2010;
  • Honsell, Römisches Recht, 8. Aufl. 2015;
  • Schlosser, Grundzüge der Neueren Privatrechtsgeschichte, 9. Aufl. 2001;
  • Liebs, Römisches Recht, 6. Aufl. 2004

Die Rechtsgeschichte untersucht das Recht in seiner geschichtlichen Dimension. Die Rechtsgeschichte kann dabei als eine interdisziplinäre, hermeneutische Disziplin aufgefasst werden, die sowohl dem Kreis der Rechtswissenschaften als auch dem der Geschichtswissenschaften zuzurechnen ist und vor allem einer Reflexion der juristischen Methodik, seiner Grundlagen und Axiome dient. Anstelle einer bloßen Adaption juristischer Operationen und Techniken und der damit leider häufig verbundenen kritiklosen Aneignung juristischer Dogmatik in den juristischen Kernfächern tritt hier die Vermittlung eines besonderen Kritik- und Reflexionsvermögens. Die Beschäftigung mit der Rechtsgeschichte befähigt also Teilnehmer dazu, das methodische Instrumentarium einschließlich der „herrschenden Meinungen“ kritisch zu hinterfragen. Denn neben der interdisziplinären Kontemplation juristischer Tätigkeit macht vor allem die rechtshistorische Rückschau die Irrtumsanfälligkeit des juristischen Methodenarsenals mit seiner nahezu beliebigen Verwendbarkeit wahrnehmbar. Während im Widerstreit der rechtspolitischen Auseinandersetzungen der Gegenwart der Blick dafür, was „Recht“ und gerecht sein soll, aus der Teilnehmerperspektive leicht getrübt werden kann, vermag vor allem der geschichtliche Rückblick ein vielversprechendes Angebot für eine Kritik der juristischen Vernunft darzustellen und Licht ins Dunkel der Rechtsmeinungen zu bringen. So wird mittels der Rechtsgeschichte die Zeitbedingtheit, Interessen- und Ideologieabhängigkeit des Rechts deutlich.

Damit ist das Plädoyer für eine Beschäftigung mit der Rechtsgeschichte aber noch nicht abgeschlossen: Das geltende Recht und seine Funktionsweise lassen sich nämlich auch nicht ohne Kenntnis der historischen Entstehung und Entwicklung vollständig erschließen. So entstammen zahlreiche der uns heute vertrauten Rechtsinstitute und Rechtsparömien u.a. aus dem römischen und kanonischen Recht (z. B. pacta sunt servanda und condictio). Für das vollständige Verständnis des Rechts und damit für die Rechtskultur und -anwendung gilt also weiterhin, was Theodor Mommsen bereits zu Beginn des 20. Jhd. formulierte: Um „Einsicht in das innere Räderwerk des Rechts“ zu nehmen, bedürfe es der „Verschmelzung von Geschichte und Jurisprudenz“ (Theodor Mommsen, Gesammelte Schriften, Bd. 3, Berlin 1907, S. 600; ders., Reden und Aufsätze, Berlin 1905, S. 36).

Die Vorlesung folgt der für die Rechtsgeschichte traditionellen Einteilung in romanistische, germanistische und kanonistische Grundlagen und will den Studenten einen Überblick verschaffen, wie sich Recht und Rechtsdenken im deutschen und europäischen Raum von der römischen Antike bis zum zwanzigsten Jahrhundert entwickelt und verändert haben, und wie diese Entwicklung im jeweiligen politischen, sozialen, ideengeschichtlichen und ökonomischen Kontext zu erklären sind. Sie berührt damit aus historischer Perspektive zugleich einige Fragestellungen, die den Ausgangspunkt anderer rechtswissenschaftlicher Grundlagenfächer bilden.

Deutsches und Europaeisches Recht 1
100 Plätze
6 Einheiten

á 4 Stunden

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