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Deutsches Privatrecht
Beschreibung
3 Semesterwochenstunden
Art der Veranstaltung: Vorlesung
Anzahl der Semesterwochenstunden: 3
Dozent: Prof. Dr. Michael Zwanzger

Kursinhalte:

  • Das Römische Reich; Römisches Recht vor dem Prinzipat; Die Klassik des Römischen Rechts; Die „Ostverlagerung“; Die Justiniarische Restaurationspolitik; Die Kirche als Kulturmittlerin; Das Schicksal des Corpus Juris Civilis bis zur „Wiederentdeckung“
  • Das Frankenreich im frühen Mittelalter; Barbarenrechte, Volksrechte, Leges; Das Kompositionssystem der Leges; Anknüpfung an römische Herrschafts- und Verwaltungspraktiken bei den Merowingern; Der Investiturstreit, Das klassische kanonische Recht; Machtjustierung im Reich: Die Goldene Bulle von 1356
  • Gesetzgebung in der frühen Neuzeit; Das Reichskammergericht: Probleme, Rivalität, Wirkungen; Die Constitutio Criminalis Carolina; Von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg; der Westfälische Frieden; Naturrecht, Aufklärung, Absolutismus; „Weiterleben“ und Wandlungen des Naturrechts im frühen 19. Jahrhundert; Das Konzept der Kodifikation von Recht
  • Die Neuzeit: Erfolgreiche Kodifikationsprojekte in Bayern, Preußen, Österreich, Frankreich; Gesetzgebung des Deutschen Bundes (1815-1866); Entstehung des BGB; Die „formale Rechtstransformation“; Nationalsozialistische Gesetzgebung

  • Medicus/Petersen, Grundwissen zum Bürgerlichen Recht, 10., neu bearb. Auflage, Köln/Berlin/München 2004, 177 S., Heymann, ISBN: 978-3-8006-4737-8;
  • Gebauer (Hrsg.)/Wiedmann, Zivilrecht unter europäischem Einfluss: Die richtlinienkonforme Auslegung des BGB und anderer Gesetze, 2. Überarbeitete und erweiterte Auflage, Stuttgart 2010, 2437 S., ISBN: 978-3-415-04479-1;
  • Koziol/Welser: Bürgerliches Recht. 1. Band: 13. Auflage, Manz, Wien 2006, ISBN: 3-214-14708-0; 2. Band: 13. Auflage, Manz, Wien 2007, ISBN 978-3-214-14709-9;
  • Münch/Bortolani-Slongo: Praxisorientierte Einführung ins Privatrecht, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2005, ISBN: 3-7255-5061-1;
  • Wesenberg/Wesener, Neuere deutsche Privatrechtsgeschichte im Rahmen der europäischen Rechtsentwicklung. 4. Auflage. Wien/Köln/Graz 1985, ISBN: 3-205-08375-X;
  • Schlosser: Grundzüge der Neueren Privatrechtsgeschichte – Rechtsentwicklungen im europäischen Kontext. 10. Auflage, Heidelberg 2005, ISBN: 3-8252-0882-6;
  • Koschaker, Europa und das römische Recht, 4. Aufl., 1966; Kaser, Der römische Anteil am deutschen bürgerlichen Recht, JuS 1967, 337;
  • Knütel, Ius commune und römisches Recht vor Gerichten der Europäischen Union, JuS 1996, 768

Wer nicht von dreitausend Jahren
Sich weiß Rechenschaft zu geben,
Bleib im Dunkeln unerfahren,
Mag von Tag zu Tage leben.

(Goethe, West-östlicher Divan, 1827)

Am 1. Januar des Jahres 1900 trat in Deutschland das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) in Kraft. Als zentrale Kodifikation des deutschen allgemeinen Privatrechts regelt es seitdem die wichtigsten Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen. Obgleich im Laufe der Zeit an verschiedenen Stellen durch zahlreiche Modifikationen und Reformierungen geändert, sind doch die wesentlichen Strukturen des deutschen Zivilrechts in den entscheidenden Teilen unverändert geblieben.

Beherzigt man Goethes Anspruch und wirft den Blick noch weiter zurück, wird man feststellen, dass der Großteil dieser Rechtsinstitutionen und Konzepte auch damals nicht von der Kommission zur Abfassung eines Entwurfs des BGB ersonnen wurde: Ehe, Familie, Eigentum oder Gleichheit, das Denken in Ansprüchen –wurden lange vor dem Inkrafttreten des BGB erdacht und entwickelt. Vieles von dem, was wir aus unserer heutigen Rechtsordnung kennen (und bisweilen auch schätzen), reicht bis in das antike römische Recht zurück.

Allerdings hatten diese Institutionen nicht zu jeder Zeit die Bedeutung und den Inhalt, den wir ihnen heute beimessen (und die wir mitunter wie selbstverständlich voraussetzen). Sie waren im Laufe der Geschichte teilweise erheblichen Veränderungen unterworfen und in diesen Veränderungen spiegeln sich gerade die historischen Gegebenheiten, Interessen, Gerechtigkeitsvorstellungen und Ideologien wider.

Der Gegenstand der Rechtsgeschichte ist zumindest bis in seine einzelnen Verästelungen im Rahmen einer einzigen Vorlesung nicht beherrschbar. Die Vorlesung verfolgt daher auch einen deutlich bescheideneren Anspruch und beschränkt sich auf einen groben Überblick der wesentlichen Entwicklungsstadien des deutschen Privatrechts und nimmt – wenn auch nur widerwillig – sachbezogene Einschränkungen vor. Damit folgt sie einem typisch rechtshistorischen Kanon. Dieser führt die Teilnehmer vom antiken Recht, über das germanische, das byzantinische und das kanonische Recht bis in die Privatrechtsgeschichte der Neuzeit.

Anhand dieser historischen Längsschnitte behandelt die Vorlesung einige ausgewählte wichtige Institutionen des Privatrechts. Das heißt, sie geht in historischer Weise der Frage nach, wie diese Institutionen entstanden sind, wie sie sich im Laufe der Geschichte verändert haben, und wie diese Veränderungen im historischen Kontext und aus heutiger Perspektive zu erklären sind.

Deutsches Privarecht
50 Plätze
14 Einheiten

á 3 Semsterwochenstunden

Anfahrt

Universität Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

Die Universitätsstraße 3 liegt im Stadtzentrum angrenzend an den Augustusplatz. Fahrradstellplätze befinden sich in zahlreicher Anzahl direkt vor dem Eingang der Universität.

Die Universitätsstraße erreichen Sie mit den Stadtbahnlinien S1, S2, S3, S4, S5, S5X (Haltestelle Hauptbahnhof). Von dort sind es fünf Gehminuten. Ebenso erreichen Sie die Universität mit den Straßenbahnlinien 4, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 15 und 16 (Haltestelle Augustusplatz), sowie mit den weiteren Straßenbahnlinien 2 und 9 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz).

aus Richtung Berlin:

Von der Autobahn 9 Abfahrt Merseburg/Leipzig West. Folgen Sie dann der Beschilderung „Zentrum“. Parkmöglichkeiten für PKW finden Sie direkt in der Nähe im Parkhaus Augustusplatz.

aus Richtung München:

Von der Autobahn 9 Abfahrt Merseburg/Leipzig West. Folgen Sie dann der Beschilderung „Zentrum“. Parkmöglichkeiten PKW direkt in der Nähe im Parkhaus Augustusplatz.

aus Richtung Dresden:

Von der Autobahn 14 Abfahrt „Neue Messe“ folgen Sie der B2 in das Zentrum von Leipzig. Folgen Sie der Beschilderung in Richtung Hauptbahnhof Leipzig. Dort finden Sie auch gleich Abstellmöglichkeiten für Busse oder PKW. Weitere Parkhäuser sind das Parkhaus am Augustusplatz oder direkt in der Nähe des Thüringer Hofs das Parkhaus Burgplatz. Alle Parkmöglichkeiten sind über das Verkehrsleitsystem gut ausgeschildert.