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Dozenten

Prof. Dr. Wolfgang Köck

Koeck

Studium der Rechtswissenschaften sowie Promotion zum Thema … und Habilitation in Bremen, Leiter des Department Umwelt- und Planungsrecht am Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Umweltrecht an der Universität Leipzig

 

Eine profunde Kenntnis des europäischen Rechts liefert auch bessere Kenntnisse in der Anwendung des deutschen Rechts, weil klar ist, dass dieses deutsche Recht gar nicht mal mehr in allen seinen Bezügen nationaler Provenienz ist, sondern eigentlich aus europäischen Zusammenhängen kommt – und dann natürlich auch in diesem europäischem Zusammenhängen gelesen und angewendet werden muss. Da kann eine Spezialausbildung, die über das hinausgeht, was wir in der Pflichtausbildung zu leisten imstande sind, sicherlich helfen.“

Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Rauscher

Thomas_Rauscher

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Interview mit Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas Rauscher

Herr Prof. Rauscher, warum haben Sie damals Jura studiert?
Ich bin gegen Ende meines Mathematikstudiums zu Jura gekommen, weil ich – dann bereits im fortgeschrittenen Studentenalter – gemerkt habe, dass es mir besser liegt und es mich interessiert.

Und würden Sie es nochmal machen?
Ja, unbedingt!

Sie haben ja auch Mathematik studiert, aber können Sie sagen, welche Studienfächer Sie sonst noch interessiert hätten bzw. was Sie sich alternativ noch hätten vorstellen können?
Aus der heutigen Sicht könnte ich mir noch Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre vorstellen. Ich bin, sozusagen, ein Mensch des Realen.

In welchem Rechtsgebiet haben Sie sich spezialisiert?
Im materiellen Recht mache ich hauptsächlich Familien- und Erbrecht. Außerdem beschäftige ich mich mit dem Internationalen Privat- und Prozessrecht – hier insbesondere mit den immer deutlicher werdenden europarechtlichen Bezügen.

Was denken Sie, ist gerade an diesen Rechtsgebieten so fesselnd?
Das Interessante am Familien- und Erbrecht ist die doch relativ hohe Dynamik. Im Familienrecht vor allem der Querbezug zu gesellschaftlichen Entwicklungen und in der Praxis natürlich auch die Befassung mit realen Situationen der betroffenen Personen. Im Internationalen Privatrecht bzw. in der Rechtsvergleichung ist es durch den Kontakt mit den ausländischen Rechtsordnungen im Grunde das ständige Neuentdecken von Regelungen, die man eben im eigenen Recht so nie vermuten würde.

Was ist das spannendste Thema bzw. der interessanteste Fall, mit dem Sie sich als Jurist bisher beschäftigt haben?
Das ist sehr schwer auf einen Fall festzumachen. Ich denke da zum Beispiel an interessante, international gesellschaftsrechtliche Fälle in südamerikanischen Ländern, wo man auch rein praktisch erstmal Sucharbeit leisten muss, um an Materialien heranzukommen. Ich denke auch an die Gestaltung von Eheverträgen für Leute, bei denen es wirtschaftlich wirklich um etwas geht und wo man natürlich auch Einblick bekommt in das Gestaltungsumfeld, Kapitalanlagen und steuerliche Aspekte. Also die Kooperation in praktischen Fällen mit Rechtsberatern der gleichen Profession, aber eben auch mit anderen Spezialisierungen.

Haben Sie während Ihres Studiums ein Auslandssemester gemacht?
Ich war nicht im Ausland, nein. Zum einen hat das damals gerade erst so begonnen, zum anderen befand ich ja bereits in meinem Zweitstudium und war deshalb notwendigerweise – damals auch schon mit Familie – darauf festgelegt, das Ganze zu finanzieren und sehr zügig zu studieren.

Warum würden Sie Studierenden empfehlen, einen LL.M. zu machen?
Wenn Sie heute Ihr Zweites Examen haben, dann bewegen Sie sich in einem Umfeld, in dem Sie entweder in einer großen Masse von Rechtsanwälten, die Durchschnittsfälle behandeln, mitschwimmen oder vom Examensergebnis so gut sind, dass Sie sich – sofern Sie das wollen – für Richtertätigkeiten qualifizieren. Wenn Sie aber in der anwaltlichen Praxis wirklich reüssieren wollen, dann brauchen Sie Zusatzqualifikationen, und da bietet sich neben der durchaus empfehlenswerten Schiene des Promovierens auch so ein LL.M. an, wobei natürlich, wenn man sich den LL.M. in den USA leisten kann, dieser den deutlich höchsten Qualitätsausweis bietet.

Worin sehen Sie Nutzen, gerade im Bereich der Rechtswissenschaften einen internationalen Schwerpunkt zu setzen?
Wir haben in Deutschland in den Prüfungsordnungen für Juristen die Auffälligkeit, dass das Internationale im regulären Examen sehr zu kurz kommt. Wenn ich mich in Europa umsehe, dann stelle ich fest, dass in mehr als der Hälfte aller Mitgliedstaaten der EU das Internationale Privatrecht, das Internationale Verfahrensrecht und auch das Europarecht in sehr viel breiterem Maße im Pflichtstoff vorhanden ist. Wir haben diesbezüglich nur sehr wenig, sodass wir den Interessierten schon von der Universitätsseite her Zusatzqualifikationen anbieten sollten, weil die spätere Befassung mit der Thematik im Beruf auf diese Weise vorbereitet wird.

Und was empfinden Sie als besondere Herausforderung daran?
Ich sehe die Empfehlung an Studierende, sich gerade in der anwaltlichen Tätigkeit auf einen internationalen Markt vorzubereiten, nicht nur von der Herausforderungsseite. Es ist natürlich auch eine wirtschaftliche Frage: Wenn man sich auf Handels- und Gesellschaftsrecht oder auf internationale Fälle spezialisiert, dann sind schlichtweg auch die Erwerbschancen deutlich besser, als wenn man in der Kleinkanzlei die alltäglich anfallenden Probleme im Straßenverkehrsrecht behandelt.

Damit haben Sie gewissermaßen auch schon meine nächste Frage beantwortet, nämlich was Sie für besondere Berufsperspektiven für international ausgerichtete Jurist_innen sehen …
Wie gesagt, im Wesentlichen sehe ich die in der Rechtsanwaltstätigkeit. Je nachdem, wie sich die Idee der angedachten spezialisierten Kammern an den Oberlandesgerichten, die ja möglicherweise sogar in englischer Sprache verhandeln sollen, weiterentwickelt, könnte es sich abzeichnen, dass man dort vereinzelt auch international ausgerichtete Fachleute braucht. Man muss allerdings in der Justiz sehen, dass der Richter, der ein allgemeines Referat betreut, natürlich nicht in der Lage ist, den auslandsrechtlichen Fall nur mit eigenen Ressourcen zu lösen – dafür wird er sich immer eines Sachverständigen bedienen.

Wo sehen Sie insbesondere Jurist_innen vielleicht auch international in der Verantwortung?
Ich sehe insofern eine Verantwortung, aber die hat unmittelbar mit der Rechtsanwendung als solcher zu tun. Dem Juristen kommt selbstverständlich die Aufgabe zu, das Recht so wie es ist und so wie es ausgelegt werden sollte, in der Tat auch anzuwenden. Ich denke nicht, dass dem Juristen wesentlich breiter eine Befugnis zukäme, hier gesellschaftsprägende Aufgaben zu übernehmen. Diese Aufgabe haben wir zwar als intellektuelle Menschen, aber das hat nicht unbedingt etwas mit unserer Profession zu tun.

Der Studiengang internationales Recht richtet sich ja – nicht ausschließlich, aber doch stark – an ausländische Studierende, die hier einen LL.M. machen wollen. Daher zum Schluss noch ein paar allgemeinere Fragen zum Standort Leipzig: Was gefällt Ihnen persönlich an der Universität Leipzig? Was macht die hiesige Hochschule vielleicht auch im Vergleich zu anderen attraktiv?
Ich würde das eher auf die Fakultät beziehen wollen: Natürlich sind wir inzwischen auch schon seit der Wiedervereinigung über zwanzig Jahre alt. Es hat sich aber durchaus im Vergleich zu juristischen Fakultäten in den alten Bundesländern hier noch immer ein Geist gehalten, der doch insgesamt etwas freier und etwas weniger in festen Strukturen eingefahren ist. Und wir haben in den beiden Masterstudiengängen, die wir hier betreuen, in der Tat eine recht hohe Attraktivität vor allem für Studierende, die aus dem Osten Europas bzw. aus den westlichen Staaten der ehemaligen UdSSR kommen.

Und bezogen auf die Stadt? Sind Sie gerne hier, und wenn ja, warum?
Da kann ich Ihnen nur sagen, dass ich selbst kein Leipzig-Kenner bin – ich lebe ja nicht hier. Ich bin seit 23 Jahren beruflich hier, kenne aber die Stadt nicht sehr intensiv, und natürlich erst recht nicht von ihren studentischen Qualitäten her. Insofern traue ich mir hier einen Rat nicht zu.

Trotzdem vielleicht die Frage, was für Sie das Beste an Leipzig ist? Können Sie das sagen?
Nun, mir ist bewusst, dass Leipzig eine sehr rege Kulturszene hat, insbesondere um das Gewandhaus und die Oper herum. Das ist mit Sicherheit eines der Highlights.

Auch meine letzte Frage passt dann wohl in Ihrem Fall eher nicht so: Was unternehmen Sie in ihrer Freizeit in Leipzig?
Ich verbringe keine Minute Freizeit in Leipzig, in der Tat.

Herr Prof. Rauscher, vielen Dank für das Gespräch!