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Miami-Leipzig-Seminar
Beschreibung
Blockveranstaltung
Art der Veranstaltung: Seminar
Anzahl der Semesterwochenstunden: Blockveranstaltung
Dozenten: Prof.  Dr. Schiedermair, Prof. Dr. Rauscher, Prof. Dr. Schneider
Kursinhalte: Themen aus dem Völkerrecht, dem Internationalen Privatrecht und dem Internationalen Strafrecht
Abschlussklausur: Anfertigung einer Seminararbeit mit Vortrag

  • Rechtsvergleichung, Haftung von Aktionären in Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Voraussetzungen des Vertragsschlusses, Nutzung von Waffen und deren Regulierung, Ablauf des Strafverfahrens, die Unterscheidung einer amerikanischen Jury von deutschen Schöffen, Bekämpfung von Korruption am Beispiel der FIFA, Das Recht auf Vergessenwerden, Datenschutz in Europa und den USA, Wirtschaftssanktionen im Internationalen Recht, Asylverfahren in den USA und in Europa, Unterscheidung von Asyl und Migration, Drohnennutzung durch die Zivilbevölkerung, Regulationsmechanismen, Schutz der Privatsphäre

  •  Reimann/Zimmermann, Oxford Handbook of Comparative Law, 2008, 1429 S., Verlag: Oxford University Press, ISBN: 978-0199535453;
  • Ipsen, Völkerrecht, 6. Auflage 2016, 1280 S., Verlag: C.H.Beck, ISBN: 978-3-406-57294-4;
  • Kempen/Hillgruber, Völkerrecht, 2. Auflage 2012, 357 S., Verlag: C.H.Beck, ISBN: 978-3-406-58988-1;
  • Schmalenback, Casbeook Internationales Recht, überarbeitet 2014, 353 S., Verlag: Facultas, ISBN: 978-3-7089-1174-8;
  • Koch/Magnus/Mohrenfels; IPR und Rechtsvergleichung, 4. Aufl. 2010, München; Zimmermann, Zukunftsperspektiven der Rechtsvergleichung, 2016;
  • Starck, Rechtsvergleichung im öffentlichen Recht, Juristenzeitung 1997 (52), 1021-1030;
  • Kötz, Rechtsvergleichung und Rechtsdogmatik, Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht, 1990, S. 203-216;
  • Schwarz-Liebermann, Völkerrecht und Rechtsvergleichung, Juristische Rundschau 1952, S. 9;
  • Zweigert, Rechtsvergleichung als Universale Interpretationsmethode, Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht 15 (1950), S. 5 -21;
  • Schuh, Computerstrafrecht im Rechtsvergleich, 2012; Hay, US-amerikanisches Recht. Ein Studienbuch, München 2015;
  • Holmes, The common law, New York 1991;
  • Reimann, Historische Schule und Common Law: die deutsche Rechtswissenschaft des 19. Jahrhunderts im amerikanischen Rechtsdenken, Berlin 1993;
  • W. Holmes, The Common Law (1881; new ed., ed. by M. DeWolfe Howe, 1963, repr. 1968);
  • T. F. Plucknett, Concise History of the Common Law (5th ed. 1956);
  • H. Potter, Historical Introduction to English Law and Its Institutions (4th ed. 1958);
  • A. R. Hogue, Origins of the Common Law (1966);
  • R. C. van Caenegem, The Birth of the English Common Law (1973);
  • J. H. Baker, The Legal Profession and the Common Law (1986);
  • R. L. Abel and P. S. C. Lewis, ed., The Common Law World (1988).

University of Miami School of Law: Let Us Take You to the Next Level 

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Hier der Link zu dem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=ehjfnV7YkuM

Untersucht man ausländische Rechtsordnungen und Rechtssysteme unter dem Blickwinkel der Rechtsvergleichung macht man bisweilen die Erfahrung, dass zwar gleiche Rechtsfragen in den Fokus der Jurisprudenz geraten, dass aber die juristisch-technische Begrifflichkeit, mit der man sich dem Problem nähert, ganz verschieden sein kann und dennoch zu vergleichbaren Lösungen führt. Was uns in der deutschen Rechtswissenschaft als Anspruch aus ungerechtfertigter Bereicherung vertraut ist, ist anderswo ein Deliktsanspruch; wo wir jemanden als falsus procurator gem. §§ 177 ff. BGB haften lassen, ist im Common Law ein Anspruch aus breach of trust gegeben, und wo der deutsche Jurist mit einer raffinierten Kombination aus culpa in contrahendo und Vertrag mit Schutzwirkung für Dritte jongliert, geht es anderswo um einen schlichten Anspruch aus unerlaubter Handlung.

Nichts lässt die bloß dienende Funktion dogmatischer Kategorien so deutlich werden wie die immer wieder gemachte Erfahrung, dass die ordnende und lenkende Bedeutung jener Kategorien auf Null zusammenschrumpft, sobald sich ein Vorgang abgespielt hat, den wir unter den heutigen Verhältnissen als eher belanglos ansehen: nämlich eine Staatsgrenze überschritten worden ist und deshalb das gleiche Lebensproblem unter der Geltung einer anderen Rechtsordnung entschieden werden muss. Nicht dass der Rechtsvergleicher die Leistung juristischer Dogmatik für die Rechtspraxis von vornherein als gering erachtet. Wohl aber ist ihm – vielleicht mehr als den nur im und am nationalen Recht ausgebildeten Juristen – der Sinn dafür geschärft worden, dass dogmatische Konstruktionen nur artifizielle Handwerkszeuge sind, bloß instrumentale Funktion haben, nie allein aus sich heraus die richtige Lösung eines Falles garantieren können und deshalb als durchaus zweckabhängig und durchlässig, als bloß vorläufig und variabel behandelt werden müssen. Die kulturelle Bedingtheit von Recht offenbart sich auch aus der Perspektive der Rechtsvergleichung.

Wer erfährt, wie sich in verschiedenen Rechtsordnungen über alle nationalen Dogmatiken hinweg gleiche Lösungen und gleiche Lösungstrends abzeichnen, kommt nicht um die Erkenntnis herum, dass die wirklich bewegenden Kräfte des Rechtslebens nicht allein in der nationalen, juristischen Dogmatik zu suchen sind und dass die Dogmatik in der deutschen Rechtswissenschaft zwar eine begrüßenswerte stabilisierende Funktion hat, aber dies doch nur um den Preis, dass sie oft die Lösung eines Falles zur unentrinnbaren Konsequenz richtiger dogmatischer Konstruktion verfestigt, statt sie einer argumentativen Abwägung des Pro und Contra offenzuhalten, die letzten Endes – bei uns ebenso wie in ausländischen Rechtsordnungen – die Entscheidung entscheidend mitträgt. Wie selbstverständlich übernehmen im Common Law hingegen Präjudize diese stabilisierende Funktion.

Das Miami-Leipzig-Seminar hat sich der Disziplin der Rechtsvergleichung verschrieben und ist Teil einer mittlerweile gefestigten Tradition der beiden Universitäten. Begonnen hat das Seminar bereits im Jahr 2004 und wird halb-jährlich wechselnd in Leipzig und Miami (USA) angeboten. Es wird dabei jeweils im Januar in Miami begonnen und im darauffolgenden Mai in Leipzig mit weiteren Themen fortgesetzt. Teilnehmer sind Dozenten und Studierende der beiden Universitäten. Die Universität von Miami ist eine private Universität im US-Bundesstaat Florida mit etwa 16.000 Studierenden. Die im Jahr 1926 gegründete Law School hat derzeit circa 1200 Studierende. Auch wenn die Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschland  die gleichen fundamentalen Vorstellungen von Freiheit und Demokratie teilen, so verdeutlichen ihre beiden Gesellschaftsbilder und Rechtssysteme doch auch signifikante Unterschiede in allen Rechtsgebieten. Das Miami-Leipzig-Seminar verfolgt das Ziel, diese Unterschiede aus dem Blickwinkel der Rechtsvergleichung zu verstehen. Hierzu werden unter einem gewählten Rahmenthema jeweils einzelne Fragen aus dem Öffentlichen, Bürgerlichen sowie dem Strafrecht erörtert.  Zu den Themen aus der Vergangenheit des Seminars gehören u. a. die unterschiedlichen Positionen und Begründungen der beiden Länder zur Todesstrafe bzw. deren Ablehnung, die Durchführungsprobleme beim Haager Kindesentführungsübereinkommens sowie das Verständnis der beiden Länder von einem nachhaltigen Umweltrecht.

Photo by Joshua Prezant--
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Universität Leipzig, Universitätsstraße 3, 04109 Leipzig

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