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Philip C. Jessup International Law Moot Court
Beschreibung
Blockveranstaltung
Titel der Veranstaltung: Philip C. Jessup International Law Moot Court
Art der Veranstaltung: Blockveranstaltung
Kursinhalte: Allgemeines Völkerrecht, Verfahren vor dem IGH

  • Aktuelle Themen im Völkerrecht, Cyberkrieg, Drohnenattacken, gezielte Tötung, Klimaflüchtlinge, Landminen, Sezession und Annexion, Legitimität militärischer Interventionen, die Zurechnung solcher Interventionen zu regionalen Organisationen, die Berufung von Staaten auf ihre Immunität für Menschenrechtsverletzungen, die Vereinbarkeit von Verzichtsklauseln in Friedensverträgen mit nachträglich geschlossenen Menschenrechtspakten, die rechtlichen Folgen der Zerstörung von Weltkulturerbe, Bestechung ausländischer Hoheitsträger als Problem des Wirtschaftsvölkerrechts, schriftliches Vorverfahren, Verfahrensordnung des Internationalen Gerichtshofes, Rhetorik, Argumentation und Präsentation, Englisch

  •  CIICJ, A Guide to the Philip C. Jessup International Law Moot Court Competition; Nina Himmer, Härter als vor Gericht – „Moot Court“ für Jurastudenten, FAZ (online) v. 17.3.2016;
  • Lorenzmeier/Indlekofer, Moot Courts in der juristischen Ausbildung, ZJS 4/2010, 574-578;
  • Collins, The Use of Jessup International Law Moot Court Cases in Political Science Departments, The American Journal of International Law 70 (1976), 4, 809-811;
  • Griebel/Levent, Moot-Courts: eine Praxisanleitung für Teilnehmer und Veranstalter, 2011;
  • Hannemann/Alexander, Praxisleitfaden Moot Court: Tipps und Tricks zur erfolgreichen Teilnahme;
  • Martineau, Moot Court: Too much Moot and not enough Court, American Bar Association Journal 1981;
  • Siefert, Moot Courts in der britischen und deutschen Juristenausbildung, 2014;
  • Kozinski, In Praise of Moot Court-Not!, Columbia Law Review 1997;
  • Carey, Understanding international law through moot courts: genocide, torture, habeas corpus, chemical weapons, and the responsibility to protect, 2014;
  • International Law Students Association, ILSA Guide to International Moot Court Competition, Online Edition;
  • Korzen, Make your argument: Succeeding in moot court and mock trial, Chicago 2010;
  • Martini/Neumann/Spörer, Aufstand in Abistan – Ein Moot-Court-Fall, Examensklaursur Schwerpunkt Völker- und Europarecht, JURA 5/2012, 404-414;
  • Wehlau, Moot Courts: – Anregungen aus dem anglo-amerikanischen Rechtskreis für eine Verbesserung der deutschen Juristenausbildung, JZ 1992, 942-946;
  • Collins/Rogoff, The Use of Interscholastic Moot Court Competition in the Teaching of International Law, Political Science and Politics, 24/1991, 516-520

2010 Jessup – White & Case Championship Round

Bitte auf PREVIEW klicken.

Hier der Link zu dem Video:

https://www.youtube.com/watch?v=wvysMFFlCho

Juristinnen und Juristen müssen sich heute in allen Bereichen nicht mehr nur nationalen und europäischen, sondern auch globalen und transnationalen Herausforderungen stellen. Damit haben sich auch die (handwerklichen) Anforderungen an junge Juristinnen und Juristen gravierend geändert, von denen heute fast überall erwartet wird, dass sie sich in einem vom nationalen über das europäische bis hin zum internationalen Recht und zum transnationalen Recht erstreckenden Ordnungssystem und internationalem Forum bewegen können. Die traditionelle Juristenausbildung hat mit dieser Entwicklung nur bedingt Schritt halten können; zu sehr ist das klassische Jurastudium auf das nationale Recht und dessen Rechtskultur ausgerichtet. Traditionelle Denk- und Diskursgewohnheiten werden nur im Rahmen der Grundlagenfächer reflektiert und in den Kernfächern ist die Didaktik seit Jahrzehnten unverändert geblieben. Gleichzeitig ist im Völkerrecht die Lingua franca weitgehend das Englische. Die juristische Begründung wird im Völkerrecht häufig anders dargestellt und vorgetragen als es ausschließlich am nationalen Recht geschulte Juristinnen und Juristen gewohnt sind und bislang vermittelt bekommen. Juristinnen und Juristen, die diesen beiden letztgenannten Umständen in ihrer Ausbildung nur unzulänglich Beachtung schenken oder gar vernachlässigen, werden daher ungeachtet profunder materieller Kenntnisse im Völker- und Europarecht einen wesentlichen Aspekte des völkerrechtlichen Diskurses nicht beherrschen und folglich vor internationalen Spruchkörpern weniger erfolgreich sein als ihre Kollegen aus dem englischsprachigen Rechtskreis. In diese didaktische Lücke vorzustoßen ist das Ziel der Veranstaltung von Moot Courts wie dem Philip C. Jessup International Law Moot Court im Völkerrecht.

Der Philip C. Jessup International Law Moot Court, benannt nach einem amerikanischen Völkerrechtsgelehrten und ehemaligem Richter des Internationalen Gerichtshofs (IGH), ist der älteste, größte und renommierteste Moot Court weltweit. Gegründet im Jahr 1959 von Studenten der Harvard University, Columbia University und der University of Virginia, hat er sich zu einem globalen Wettbewerb mit über 550 teilnehmenden Universitäten aus mehr als 80 Ländern entwickelt. Der Jessup wird von der International Law Students Association (ILSA) ausgerichtet und findet jährlich in Washington, D.C. (USA) statt.

Der komplett englischsprachige Wettbewerb beginnt im September mit der Veröffentlichung des Sachverhalts (Compromis). Dabei geht es immer um eine Streitigkeit zwischen zwei fiktiven Staaten, wobei meist verschiedene Probleme des Völkerrechts relevant sind. In den letzten Jahren behandelten die zumeist sehr aktuellen Fälle unter anderem das Recht des internationalen bewaffneten Konfliktes, das humanitäre Völkerrecht, das Seerecht, Fragen des internationalen Wirtschaftsrechts, Probleme der internationalen Terrorismusbekämpfung und des Einsatzes bewaffneter unbemannter Drohnen bzw. des  „targeted killings“. Der Moot Court simuliert eine Gerichtsverhandlung in englischer Sprache vor dem IGH in Den Haag (Niederlande). Im schriftlichen Vorverfahren erarbeiten die Teilnehmer Schriftsätze, die sie dann in der mündlichen Verhandlung, in Form von Plädoyers verteidigen. Der Rechtsstreit ist hierbei eingekleidet in das prozessuale Gerüst des IGH.

Zwischen September und Januar verfassen die Teams ihre Schriftsätze (Memorials), sowohl für die Kläger- als auch für die Beklagtenseite. Im Anschluss bereiten sich die Teilnehmer intensiv auf die National Rounds in Deutschland vor, die zwischen Februar und März stattfinden. Die besten nationalen Teams reisen dann nach Washington, D.C., um dort bei den International Rounds Deutschland zu vertreten. Dabei halten die Studenten ihre Plädoyers vor Richterbänken, die mit prominenten  Rechtswissenschaftlern und juristischen Praktikern besetzt sind, darunter oft auch amtierende und ehemalige Richter des IGH.

Jessup International Law Moot Court
Bildquelle: Everett – Art /Shutterstock.com
5 Plätze

Anfahrt

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Die Carl-Zeiß-Str. 3 liegt im Stadtzentrum angrenzend an den Ernst-Abbe-Platz. Fahrradstellplätze befinden sich in zahlreicher Anzahl direkt vor dem Eingang der Fakultät.

Die Haltestelle Ernst-Abbe-Platz erreichen Sie mit den Stadtbahnlinien 5,33 und 35 aus Richtung Hauptbahnhof (Jena Paradies) kommend. Die Fahrtzeit nach Jena beträgt vom Leipziger Hauptbahnhof aus ca. 1 Stunde.

Die Stadt Jena liegt mit den Anschlussstellen „Jena-Zentrum“ (ehemals „Jena-Lobeda“) und „Jena-Göschwitz“ an der Autobahn A 4 Dresden – Frankfurt am Main unweit des Autobahnkreuzes „Hermsdorfer Kreuz“ (Schnittpunkt der A 4 mit der A 9 Rostock – München).
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