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Verfassungsgeschichte
Beschreibung
2 Semesterwochenstunden
Art der Veranstaltung: Vorlesung
Dozent: Professor Dr. Enders
Anzahl der Semesterwochenstunden: 2
Inhalt:

  • Verfassungsgeschichte in ihren europäischen und transatlantischen Bezügen seit dem 18. Jahrhundert im Überblick; Montesquieu; Virginia Bill of Rights; Konföderationsartikel in Nordamerika; Unabhängigkeit Nordamerikas; Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika; Französische Revolution; Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in Frankreich; Zwölf Amendments; Erste Europäische Verfassung im Königreich Polen; Französische Verfassung; Ausrufung der Republik in Frankreich; Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten; Rheinbund in Deutschland; Wiener Kongress; Gründung des Deutschen Bundes; Karlsbader Beschlüsse; Wiener Schlussakte; Hambacher Fest; Gründung des Deutschen Zollvereins; Alexis de Tocqueville; Göttinger Sieben; Das Kommunistische Manifest; Märzrevolution; Gesetz betreffend die Grundrechte des deutschen Volkes (1848); Dreikönigsbündnis; Kurhessischer Verfassungskonflikt; Höhepunkte des Preußischen Verfassungskonflikts; Norddeutscher Bund; Gründung des Deutschen Kaiserreichs; Sozialistengesetze; Erster Weltkrieg; Oktoberrevolution in Russland; Novemberrevolution; Paulskirchenverfassung, Weimarer Reichsverfassung; Vertrag von Versailles; Regierung Brüning; Reichstagsbrand; Ermächtigungsgesetz; Nürnberger Gesetze; Einrichtung des Volksgerichtshofes; Reichspogromnacht; Anschluss Österreichs; Zweiter Weltkrieg; Potsdamer Abkommen; Konvent Herrenchiemsee; Grundgesetz; Pariser Verträge; historische Auslegung

  • Frotscher, Werner, Pieroth, Bodo: Verfassungsgeschichte, Beck, 2015;
  • Willoweit, Deutsche Verfassungsgeschichte, 2003;
  • Jenaer Rechtswoche, Wendepunkte – Beiträge zur Rechtsentwicklung der letzten 100 Jahre, 2009;
  • Zippelius, Reinhold, Kleine deutsche Verfassungsgeschichte, 2006; Botzenhart, Manfred, Deutsche Verfassungsgeschichte 1806-1949, Stuttgart 1993;
  • Grimm, Dieter, Deutsche Verfassungsgeschichte 1776 – 1866, Frankfurt/ M. 1988;
  • Grimm, Dieter, Recht und Staat bürgerlicher Verfassung, Frankfurt/ M. 1987;
  • Hattenhauer, Hans, Europäische Rechtsgeschichte, Heidelberg 2004;
  • Kleinheyer, Gerd/ Schröder, Jan (Hg.), Deutsche und Europäische Juristen aus neun Jahrhunderten, 4. Auflage, Heidelberg 1996;
  • Kröger, Klaus, Einführung in die Verfassungsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland, München 1993;
  • Reinhard, Wolfgang, Geschichte der Staatsgewalt, München 2002;
  • Schröder, Hans-Christoph, Die Revolution Englands im 17. Jhd., Frankfurt/ M. 1986;
  • Siemann, Wolfram, Die deutsche Revolution von 1848/49, Frankfurt/ M. 1993;
  • Stolleis, Michael, Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland, Erster Band: Reichspublizistik und Policeywissenschaft,1600 – 1800, München 1988, Zweiter Band: Staatsrechtslehre und Verwaltungswissenschaft, 1800 – 1914, München 1992, Dritter Band: Staats- und Verwaltungsrechtswissenschaft in Republik und Diktatur, 1914 – 1945, München 1999;
  • Willoweit, Dietmar, Deutsche Verfassungsgeschichte, München 2005;
  • Willoweit, Dietmar, Seif, Ulrike (Hg.) Europäische Verfassungsgeschichte, München 2003. Boldt, Hans (Hg.) Reich und Länder, Texte zur deutschen Verfassungsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, München 1987;
  • Brand, Jürgen, Hattenhauer, Hans, Der Europäische Rechtsstaat, 200 Zeugnisse seiner Geschichte, Heidelberg 1994;
  • Buschmann, Hans (Hg.), Kaiser und Reich, Klassische Texte und Dokumente zur Verfassungsgeschichte des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation, München 1984;
  • Dürig, Günter, Rudolf, Walter, Texte zur deutschen Verfassungsgeschichte, München 1996.

Grundsatzrede über das Grundgesetz von Carlo Schmid, 08.09.1948

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Hier der Link zum Video:

https://www.youtube.com/watch?v=R71fGHcwOEI

Die Verfassungsgeschichte als rechtshistorische Disziplin hat die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe der Verfassungskodifizierungen in den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreichs und vor allem Deutschlands zu ihrem Gegenstand.

Ihre erkenntnistheoretische Berechtigung erhält die Verfassungsgeschichte als rechtshistorisches Fach nicht zuletzt durch ihre kritische Reflexion der Verfassungs-interpretationen zu verschiedenen Zeiten. Anstelle einer den jeweiligen zeitgemäßen Anschauungen und Wertvorstellungen geschuldeten Adaption juristischer Argumentation (im Sinne der herrschenden Meinung) und einer kritiklosen Aneignung juristischer Dogmatik nimmt die Verfassungsgeschichte eine erhabenere, die zeitgeschichtlichen Bedingtheiten in Rechnung stellende Beobachterposition ein. Hierdurch werden auch die Irrtumsanfälligkeit der juristischen Methodik und ihre nahezu beliebige und teilweise grenzenlose Verwendbarkeit wahrnehmbar,

Die verfassungsgeschichtliche Reflektion sollte daher als ein Angebot zur Kritik der juristischen Urteilskraft aufgefasst werden, welche die Zeitbedingtheit, Interessen- und Ideologieabhängigkeit des Verfassungsrechts wiederspiegelt, während der gegenwärtige Blick auf rechtspolitische Auseinandersetzungen durch die alleinige Teilnehmerperspektive rechtsdogmatisch häufig eher getrübt zu sein scheint. Als Hilfswissenschaft kommt der Verfassungsgeschichte darüber hinaus im Rahmen der historischen Auslegung auch bei der Rechtsanwendung eine nicht nur deskriptive, sondern gleichermaßen auch normative Funktion zu. Zugleich erhellt die Verfassungsgeschichte die Legitimität der verfassungs- und europarechtskonformen Auslegung des Grundgesetzes.

In der Vorlesung werden diejenigen historischen Zusammenhänge und geschichtlichen Kausalitäten vermittelt, die für ein umfassendes Verfassungsverständnis erforderlich sind, wie die Paulskirchenverfassung von 1849, die Reichsgründung von 1871, die Zeit des Nationalsozialismus, die Gründung der BRD und die Teilung Deutschlands. Darüber hinaus werden die Verfassungsentwicklungen in Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika nachgezeichnet. Die Vorlesung verfolgt dabei das Ziel, die so vermittelten historischen Erkenntnisse in die Verfassungsrechtsdogmatik zu überführen bzw. letztere als vorläufigen Schlusspunkt einer historischen Entwicklung zu begreifen und anzuwenden.

Verfassungsgeschichte
100 Plätze
14 Einheiten

á 2 Stunden

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